Montag, 25. September 2017 - 06:10:57 Uhr

Wie wichtig ist das Speichertiming?

Es steht außer Frage - Musikcomputer brauchen viel Arbeitsspeicher. Wir sehen 512MB als Minimum an, viele Kunden nehmen 1GB, manche auch 2GB. RAM ist vor allem dann wichtig, wenn man viel mit Software-Samplern arbeitet, aber auch mit samplebasierten PlugIns. Diese PlugIns laden (zumindest einen Teil) der Samples in den RAM-Speicher und je mehr man diese PlugIns einsetzt, desto mehr RAM sollte im Musikcomputer vorhanden sein. Wer nur MIDI- und HD-Recording betreibt, reicht auch unter WinXP mit 512MB vollkommen aus.

Allerdings gibt es von vielen Herstellern unterschiedliche Varianten von RAM-Speicher. Neben der Größe und der Taktfrequenz, wird oftmals der CL-Wert angegeben. CL steht dabei für „CAS-Latency“ und beschreibt eine Wartezeit (Latenz), die beim Zugriff auf den RAM-Speicher unweigerlich entsteht. Musiker wissen - Latenz ist nicht gut und sollte so klein wie möglich sein. Die Frage ist nur - „wie wichtig ist diese Latenz für die Gesamtperformance eines Musikcomputers?“


Dazu haben wir im Laufe der Jahre immer mal wieder Test’s mit mehr oder weniger schnellen RAMs gemacht. Unsere Erkenntnis: das Speichertiming wurde immer weniger wichtig. Es kommt sehr selten vor, dass zwischen schnellsten und absolut langsamsten Speicher-Timing 5% Performanceunterschied liegen. Speichermodule mit absolut langsamsten Timing sind kaum billiger als die mit mittlerem Timing. Erst bei RAMs mit sehr niedrigem Timing muß man einen teils sehr heftigen Aufpreis bezahlen. Allerdings, bei 2-3 % Performancegewinn macht das unter wirtschaftlichem Aspekt keinen Sinn. Daher, am besten RAMs mit mittleren Timing verwenden.


Viel wichtiger ist, dass man bei sehr vielen aktuellen Mainboards die RAM-Module wieder paarweise einsetzt. Viele aktuelle Chipsätze haben das Feature „Dual-Channel-RAM“ implementiert. Normalerweise werden aktuelle RAM-Module mit 64 Bit Busbreite angesprochen, also die eigentlichen Nutzdaten auf 64 Leitungen parallel übertragen. Wenn 2 identische Module als Paar gesteckt sind, dann werden diese Module jedoch nicht „hintereinander“, sondern quasi „nebeneinander“ angesprochen. Also mit 128 Bit (bzw. Datenleitungen) anstatt nur 64 Bit. Und genau DIESES Feature bringt mehr Performancevorteile mit sich, als die Module mit besseren Timings. Einige Mainboards haben nur 3 RAM-Sockel. Bei diesen Boards sollte man sich ganz genau überlegen, mit wie viel RAM mal dieses System ausstatten will. Baut man bei der Ersteinrichtung 2 identische Module ein und will später einmal nachrüsten, büßt man entweder den Dual-Channel-Modus ein oder kann seine vorhandenen Module nicht mehr weiter verwenden. Besser sind dahingehend auch Boards mit 4 RAM-Sockel, weil man dort noch mal nachrüsten kann.


Unsere Kunden:

faire Preise, schnelle Lieferung und vor allem: Sehr gute und ausgiebige Beratung. In meinem Fall selbst noch nach zwei Jahren des Kaufes!

Cyrus Ashrafi, Hamburg