Samstag, 18. November 2017 - 01:59:11 Uhr

2 Festplatten - Bringt das noch was?

Früher war die Empfehlung, daß man 2 Festplatten im Musikcomputer einbauen sollte. Auf Festplatte (1) sollte das Betriebssystem plus die Anwendungsprogramme und auf Festplatte (2) dagegen die Audiodaten. Vorteil war, daß man somit mehr Audiospuren fahren konnte. Mittlerweile ist es aber so, daß sich die Festplattenleistung deutlich verbessert hat. Es reicht vollkommen, wenn man eine schnelle Festplatte im System hat.

Es gibt aber einen Anwendungsfall, da lohnen sich 2 Festplatten auch heute ganz besonders noch: Software-Sampler. Die professionellen Software-Sampler unterstützen mittlerweile alle die Festplattenstreamingtechnik. Heißt: der Anfang eines Samples wird in den RAM-Speicher geladen und wird dieses Sample wirklich angespielt, lädt die Software den Rest schnell von der Festplatte nach. Nemesys/Tascam haben mit ihrem GigaSampler/-Studio diese Technik erfunden und ermöglichten damit extrem realistische (weil aufwendig gesampelte Multisamples) Naturklänge. Nun, wenn der Sampler aber Samples nachladen muß, greift er ja damit auf die Festplatte zu. Was ist, wenn der gleichzeitig laufende Sequenzer paar Audiospuren wiedergeben will? Die muß er auch von Festplatte holen. Richtig: es kann etwas eng werden mit der Übertragungsrate. Daher folgender Vorschlag: wenn sich auf Festplatte (1) das Betriebssystem plus Programme befinden, dann dreht diese Platte ja eigentlich nur Däumchen, wenn der Sequenzer einmal läuft. Die Audiodaten werden ja von Festplatte (2) wiedergegeben bzw. aufgezeichnet. Da wäre es doch ganz Klasse, wenn sich auf der Systemfestplatte (1) eine große Partition nur mit Samples befinden würde. Wenn man mit dem Sampler arbeitet, holt sich der die Samples von Festplatte (1), wobei die Audiospuren von Festplatte (2) wiedergegeben (bzw. aufgezeichnet) werden. Somit kann man schön in die Tasten hauen und die Audiospuren tangiert das gar nicht...


Folgende Partitionierung hat sich in letzter Zeit sehr gut bewährt:

Festplatte (1):

  • ca. 12-15 GB für WinXP-Partition und installierte Programme
  • Rest für Samples und temporäre Dateien
Festplatte (2):
  • 1 Partition für Audiodaten, BackUps der WinXP-Partition und Setups
Wie viel "Rest" ist, muß jeder selbst entscheiden, in dem er die Festplattengröße wählt. Manche Kunden kommen mit je 35GB für Samples und Audiodaten sehr gut aus, andere wiederum benötigen Speicherplatz bis fast in den TerraByte-Bereich (1024 GB). Kleinere Platten als 80GB gibt es allerdings kaum noch und machen auch in diesem Zusammenhang auch nicht mehr viel Sinn.


Sofern nicht mit Software-Samplern gearbeitet werden soll, reicht daher 1 Festplatte völlig aus.


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Boris Nonte, Coesfeld